Bundesschiedsrichterwart Peter Rauchfuß vom Deutschen Handballbund (DHB) hat die neuen Regeln kritisiert. "Die IHF hat uns ein schönes Ei ins Nest gelegt", sagte Rauchfuß am Montag Sport1.de und monierte die - mit den Stimmen des DHB - zum 1. Juli beschlossenen Regeländerungen der Internationalen Handball-Föderation (IHF). "Die muss es ja nicht umsetzen. Sie sagen "Wir spielen bei Olympia so. Nun macht mal!"

Bisher habe die IHF laut Rauchfuß noch immer kein gedrucktes Regelheft vorgelegt: "Man sieht, dass das Schnellschüsse sind. Die sind für meine Begriffe zu kritisieren." Das neue Regelwerk tritt verbindulich in Spielklassen mit MIrkung zum 01. Juli 2016 in Kraft. Ursprünglich wollte die IHF die neuen Richtlinien erst zum Juli 2017 einführen. Jetzt allerdings, gilt das neue Regelwerk bereits bei den Olympischen Spielen in Rio. Spieler, Trainer und Schiedsrichter müssen sich an Blaue Karte, siebten Feldspieler, die Sechs-Pässe-Vorgabe bis zum Zeitspiel und die verschärften Regeln für Behandlungen von Spielern gewöhnen.

Neben Rauhfuß ist auch Bundestrainer und Europameister Dagur Sigurdsson unglücklich über die Neuerungen im Regelwerk. "Wir müssen uns darauf einstellen, wir müssen ab dem Sommer mit den Spielern sprechen und auch die Sachen üben, die wir dann vorhaben", sagte Sigurdsson gegenüber Sport1.de. Rauchfuß bezeichnet den Vorstoß inhaltlich als "unausgegoren" - hierbei insbesondere die neue Regelung zum passiven Spiel. "So wie sie jetzt ausgelegt wird, hilft sie den Schiedsrichtern überhaupt nicht. Es wird immer wieder Diskussionen geben, die wir nicht brauchen." Die Einführung einer Blauen Karte, um die Anfertigung eines Zusatzberichtes durch die Unparteiischen anzukündigen, hält er ebenfalls für nicht zielführend. "Die neue Regel ist unseren internationalen Freunden geschuldet, die sich nicht in englischer Sprache artikulieren können."

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