Traditionell im Januar treffen sich die verschiedenen Kader der DHB-Schiedsrichter zu ihrem Halbzeitlehrgang im sachsen-anhaltinischen Halberstadt. Am vergangen Wochenende bereiteten sich die 18 Schiedsrichtergespanne des DHB Elite- und Anschlusskaders auf die zweite Halbserie der Saison 2013/2014 vor.
Im Mittelpunkt standen neben einer ausführlichen Analyse der Leistungen in der Hinrunde auch regeltechnische Schwerpunkte sowie die obligatorischen Leistungstests. „Wir haben die Hinrunde kritisch be- und ausgewertet.

 Grundsätzlich bin ich mit der Leistung unserer Schiedsrichter zufrieden, aber es gibt immer noch Reserven, die es gilt in den nächsten Spielen auszuschöpfen, sagte Peter Rauchfuß, Schiedsrichter des Deutschen Handballbundes, in einem ersten Fazit. „Vor allem die professionelle Einstellung und Bereitschaft der Unparteiischen ist positiv hervorzuheben.“ Während des dreitägigen Lehrganges wurden anhand von selbst erstellten Vorträgen, vor allem in den Bereichen Progression, passives Spiel und auch Schritte die Auslegung der deutschen Spitzenschiedsrichter weiter vereinheitlicht. „Die verschiedenen Gruppen haben sehr gute Präsentationen gehalten, und es wurde von allen konzentriert und engagiert mitgearbeitet. Nun gilt es die Festlegungen auch in den kommenden Spielen umzusetzen”, stellte DHB SR-Lehrwart Jürgen Rieber fest.

Besprochen wurde auch der Umgang mit Unsportlichkeiten der Spieler untereinander, vor allem dann, wenn das Spiel unterbrochen wurde. Rieber: „Hier gilt es, Konfliktsituationen durch konsequenten Eingreifen zu verhindern.“ Neben der regeltechnischen Besprechung einiger Themen referierte der ehemalige Bundestrainer Armin Emrich zum Thema Abwehrtaktik aus Sicht eines Trainers. Hierbei ging es vor allem auch um die Besonderheiten der verschiedenen Deckungsformationen. „Schiedsrichter im Spitzenbereich müssen auch über ein gewisses Maß an Handballtaktik verfügen, um auf die verschiedensten Spielsituationen vorbereitet zu sein”, sagte Jürgen Rieber. „Armin Emrich ist seit Jahren ständiger Begleiter unserer Lehrgänge und unterstützt die Lehrarbeit auch im praktischen Teil.“ In den kommenden Tagen erhalten alle Schiedsrichter individuelle Trainingsvorgaben, um ihre konditionellen Grundlagen zu festigen bzw. auszubauen. „Gute körperliche Fitness ist Grundvoraussetzung, um in der Bundesliga auch am Ende eines Spieles noch die richtigen Entscheidungen treffen zu können“, erläuterte Peter Rauchfuß diese Maßnahme. Auf dem Lehrgangsprogramm standen neben einem Videotest auch athletische Tests, welche von allen Teilnehmern erfolgreich absolviert wurden.

„Es war ein guter Lehrgang, welcher neben konstruktiver Arbeit auch von einer hohen Kameradschaft geprägt war. Die Schiedsrichter sind auf die kommenden schweren Aufgaben vorbereitet und müssen die gemeinsamen Festlegungen nun in den Spielen umsetzen, aber davon bin ich überzeugt“, bilanzierte Peter Rauchfuß nach Beendigung des Lehrganges. An den kommenden beiden Wochenende treffen sich dann auch der Bundesligakader und der DHB-Nachwuchs- und Frauenkader im Bildungs-und Gesundheitszentrum Halberstadt.