DHB Schiedsrichter 2013 2014Ein guter Anfang“. „Sehr fruchtbar“. „Wiederholung wünschenswert“! Die Reaktionen nach dem Runden Tisch, an dem am Rande des All-Star-Games

in Leipzig Deutschlands Eliteschiedsrichter und Bundesligatrainer Platz genommen hatten, fielen durchweg positiv aus.

Unter der Moderation von DHB-Lehrwart Jens Pfänder, Melsungens Trainer Michael Roth sowie DHB-Schiedsrichterwart Peter Rauchfuß wurde im Hörsaal Nord der Leipziger Sportfakultät zwei Stunden lang angeregt diskutiert. „Es gibt für alle am Spiel Beteiligten zwar nur ein gültiges Regelwerk, aber oftmals wird die Auslegung unterschiedlich interpretiert, was vor allem in den letzten Monaten zu unnötigen Spannungen zwischen Schiedsrichtern und Trainern geführt hat. Ziel des Runden Tisches war es, sich über die Sichtweisen auszutauschen und wieder anzunähern“, erklärte Schiedsrichterchef Peter Rauchfuß.

Einen wesentlichen Teil der Diskussion nahm das Kommunikationsverhalten zwischen Trainern und Schiedsrichtern ein.  Diesbezüglich forderte Michael Roth, auch stellvertretend für seine anwesenden Trainerkollegen, mehr Respekt im Umgang miteinander: „Emotionen müssen in einer Sportart wie Handball einfach erlaubt sein, aber es gibt auch für uns Trainer Grenzen. Andererseits würden wir uns wünschen, dass die Schiedsrichter etwas mehr mit uns kommunizieren. Nur so können wir eine gesunde Basis der Zusammenarbeit schaffen.“

Einhelliger Tenor: Der Runde Tisch soll nicht die letzte Zusammenkunft zwischen Schiedsrichtern und Bundesligatrainern gewesen sein. Um das Verhältnis weiter zu verbessern, sind für die Zukunft jeweils vor Saisonbeginn praxisbezogene Trainingseinheiten für die Unparteiischen in den Bundesligavereinen sowie ein gemeinsamer Videopool geplant. Dabei sollen Schiedsrichter und Trainer anhand von Spielszenen über eine einheitliche Auslegungen diskutieren können. Bei der Umsetzung haben auch die anwesenden HBL-Vertreter Reiner Witte (Präsident) und Frank Bohmann (Geschäftsführer) ihre Unterstützung zugesagt. „Resümierend lässt sich festhalten, dass die Aussprache ihren Zweck auf jeden Fall erfüllt hat und mit dem Runden Tisch begonnen wurde, vorhandene Spannungen abzubauen“, so DHB-Schiedsrichterwart Peter Rauchfuß.

Von Seiten der Unparteiischen nahmen am Runden Tisch alle internationalen Gespanne sowie die Top-Paare des Elitekaders teil. Obwohl Trainer und Vertreter aller Bundesligavereine eingeladen wurden, erschienen in Leipzig neben Michael Roth (Melsungen) nur Martin Schwalb (Hamburg), Dagur Sigurdsson (Berlin), Markus Baur (Nettelstedt), Dr. Rolf Brack (Balingen), Gennadij Chalepo, Jochen Beppler (Wetzlar), Uli Wolf (Großwallstadt), Kai Wandschneider, Thomas Dröge (DHC Rheinland) und Volker Zerbe (Lemgo).