Um größere Einheitlichkeit und Transparenz zu erzeugen, wurden auch die Regelungen zum passiven Spiel überarbeitet. In der Regel 7:12 heißt es jetzt: „Wird von der angreifenden Mannschaft nach maximal 6 Pässen kein Torwurf ausgeführt, wird auf Freiwurf gegen die ballbesitzende Mannschaft entschieden.“

Die bisherigen Regelungen zum passiven Spiel bleiben von den Neuerungen übrigens unberührt. Das bedeutet, dass die Schiedsrichter unter entsprechenden Voraussetzungen auch vor dem sechsten Pass bereits auf passives Spiel entscheiden können. Dies gilt unter anderem, wenn die angreifende Mannschaft drucklos agiert, der Ball in die eigene Hälfte zurückgespielt oder auf der Stelle geprellt wird.

Definition des Passes
Ein Pass ist vollendet, wenn der Ball von einem Angreifer geworfen und von einem Mitspieler gefangen wird. Verlässt der Ball also die Hand des Werfers und kommt nicht bei seinem Mitspieler an (z.B. weil er von einem Gegenspieler abgefälscht wurde und im Aus landet), handelt es sich nicht um einen zählbaren Pass. Wirft ein angreifender Spieler hingegen in den Block und der Ball gelangt zu ihm oder einem Mitspieler zurück, handelt es sich um einen zählbaren Pass.
Hinweis: Für den Fall, dass der angreifenden Mannschaft ein Freiwurf oder Einwurf zugesprochen wird, wird die Anzahl der bisher gespielten Pässe nicht auf 0 gesetzt, sondern läuft fort.

Einheitliches Vorgehen der Schiedsrichter
Das Zählen der Pässe erfolgt durch die Schiedsrichter und stellt eine Tatsachenfeststellung dar. Um ein sauberes Zählen zu gewährleisten, sollten die Schiedsrichter den Arm zum passiven Spiel erst dann heben, wenn ein angreifender Spieler den Ball unter Kontrolle gebracht hat. Ein danach ausgeführter Pass wäre demzufolge der Beginn des ersten Passes. Die Schiedsrichter achten insbesondere darauf, ob ein siebter Pass tatsächlich vollendet wird und bei einem Mitspieler ankommt.
Darüber hinaus achten sie konsequent auf Vergehen der Abwehr (Abstand) und zu hartes Einsteigen gegenüber dem Angreifer.

Ausnahmen
Für den Fall, dass sechs Pässe bereits gespielt sind und der angreifenden Mannschaft noch ein Freiwurf zugesprochen wurde, ist stets noch ein weiterer Pass zulässig. Gleiches gilt bei einem Einwurf. Grundsätzlich ist bei Unterbrechungen nach dem sechsten Pass noch ein weiterer Pass zulässig.

Wird versehentlich ein siebter Pass zu einem Mitspieler gespielt, dieser Ball jedoch vorher von einem Gegenspieler in das Aus abgefälscht, war der Pass noch nicht vollendet und ist somit nicht zählbar. Der daraus resultierende Einwurf darf somit noch ausgeführt und ein weiterer Pass gespielt werden.

Wenn ein Angreifer nach dem sechsten Pass auf das Tor wirft und der Ball durch die Abwehr zur Ecke abgefälscht wird, darf der Angreifer den Einwurf ausführen und somit noch einen Pass zu einem Mitspieler spielen. Gleiches gilt für den Fall, dass der Angreifer nach dem sechsten Pass auf das Tor wirft und der Ball geblockt wird. Gelangt der Ball vom Block zu ihm oder einem Mitspieler zurück, darf noch ein weiterer Pass ausgeführt werden.
Anmerkung der Redaktion: Wirft der Angreifer nach dem fünften Pass in den Block und der Ball gelangt zu ihm oder einem Mitspieler zurück, muss direkt auf das Tor geworfen werden. Ein weiterer Pass ist in diesem Fall nicht zulässig.

Anwendung
Die Regel wird in allen Spiel- und Altersklassen des Deutschen Handball-Bundes angewendet.


Schulungshilfen für das passive Spiel

Ist das ein Pass?
Definitionen bei welchen Situationen es sich um einen Pass handelt

  Rules of the Game

Situationen nach dem 6. Pass
Beispiele für Situationen, die nach dem 6. Pass entstehen und wie sie zu bewerten sind


 
Rules of the Game - Beach

 

3 Videobeispiele zum passiven Spiel (IHF - Jürgen Scharoff)

Video 1 - Angriff wird nach 6 vollendeten Passspielen mit einem Tor abgeschlossen

 

Video 2 -  Nach 5 Pässen erfolgt ein Wurf

 

Video 3 - Passives Spiel nach weniger als 6 Pässen